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Wandernde Steine

16.03.2006 - 23:00 Uhr
Wandernder Stein in der Wüste
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Wandernder Stein in der Wüste

In Kalifornien im "Death Valley" bewegen sich massive Steine scheinbar wie von Geisterhand über den Boden eines ausgetrockneten Sees. Geologen stehen vor einem Rätsel.

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Die Welt ist voller großer und kleiner Rätsel und Phänomene. Und ein besonders faszinierendes Phänomen ist in Kalifornien anzutreffen.

Dort liegt der Nationalpark Death Valley, der meistbesuchte Park in Kalifornien. Eine öde und trockene, wenngleich wunderschöne Gegend mit Felsen, Sand und Steinen. Doch genau hier zeigt sich dem Besucher ein sonderbares Phänomen. Hier scheinen sich Felsbrocken und Steine wie von Geisterhand über den Boden zu bewegen.

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Bis zu 800 Meter weit schieben sich die Steine über den Boden des "Racetrack Playa" genannten Gebietes. Es ist ein ausgetrocknetes Seebett und überdeutlich sind hinter den Steinen Spuren im Erdreich zu sehen, die offensichtlich von den massiven Felsen verursacht worden sind.

Kein Mensch hat bis heute mit eigenen Augen gesehen, wie sich die wandernden Steine über den Boden des vier Kilometer langen einstigen Sees bewegen. Die Besucher sehen immer nur die Felsen im Seebett liegen und hinter ihnen die Spuren einer scheinbaren Bewegung der Steine. Auch finden sich keine Spuren einer Fremdeinwirkung, so dass Geologen und Wissenschaftler schnell einen Schwindel ausgeschlossen haben.

In den 1960er und 70er Jahren wurden UFO-Fans auf das bis heute nicht restlos geklärte Phänomen der wandernden Steine aufmerksam. Sie spekulierten, das Aliens hier die Steine über den Boden schieben und uns damit irgendetwas sagen wollen. Heute nimmt allerdings kein ernsthafter Wissenschaftler solche Aussagen mehr ernst. Vor allem, da die Aliens mit solchen Aktionen mit Sicherheit uns Menschen keine Botschaft vermitteln.

Der Geologe Bob Sharp betrieb im Death Valley zwischen 1968 und 1974 eigene Forschungen an den rätselhaften Steinen. Sharp suchte sich 30 lohnende Steine als Beobachtungsobjekte aus und versuchte zu ermitteln, wie die Brocken über den glatten Boden rutschen. Er war der Meinung, dass die Steine unter ganz bestimmten Wetterbedingungen in stürmischen Nächten mit bis zu einem Meter pro Sekunde über den Boden geschoben würden. Doch gab er auch zu, dass er es sich selber nicht erklären kann. Er fügte auch an, dass sieben der 30 beobachteten Steine ganz verschwunden seien.

Weitere Forschungen im Tal der wandernden Steine ergaben unterschiedliche Erklärungen. Einige Forscher sind der Meinung, dass Tau und auch Regen den Lehmboden des Tales zu einer regelrechten Rutschbahn machen. Tatsächlich ist der Grund des ehemaligen Sees fast schon spiegelglatt und der Boden würde sich mit Wasser vollsaugen. Dann bedarf es starker Winde, die durch das Tal pfeifen und die Steine würden vor den Winden hergeschoben werden.

Vor einigen der Steine sind Spuren zu erkennen, die an Bugwellen von Schiffen erinnern. Das lässt darauf schließen, dass die Felsen mit hoher Geschwindigkeit über die Ebene bewegt werden. Kann ein Sturm das verursacht haben? Experimente haben gezeigt, dass Windgeschwindigkeiten von 280 Kilometern pro Stunde nötig wären, um einen falschen Stein über den nassen Lehm zu bewegen.

Andere Thesen gehen davon aus, dass sich Eissichten knapp unter der Erdoberfläche bilden und die Steine darauf über die Wüste rutschen. Auch kam die Idee auf, nicht die Steine bewegen sich, sondern der Sand unter ihnen. Doch ob dadurch die deutlich zu erkennenden Spuren in der Ebene zurückbleiben, ist mehr als fraglich. Auch die Bugwellen lassen sich so nicht zweifelsfrei erklären.

Kein Mensch hat je einen Stein in Bewegung gesehen. Die Zeugen stehen immer nur vor den Felsen und sehen die Spuren der Bewegung. Eine Lösung würde vielleicht eine umfangreiche Videoüberwachung bringen. Eine Beobachtung mit Kameras und gleichzeitige Messung der Winde und Feuchtigkeit würde das Rätsel vielleicht lösen.

Autor: Lars A. Fischinger

Quelle: freenet.de
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