Auszüge aus dem von den deutschen UFO-Forschungsorganisationen erarbeiteten Fragebogen für UFO-Zeugen. © ufo-forschung.de
Xanten/ Deutschland - Erst vor wenigen Wochen, genau am Weihnachtsabend 2011, sorgte ein zunächst rätselhaftes Leuchten mit Schweif am Abendhimmel für Verwunderung bei vielen Menschen in Deutschland und Mitteleuropa. Sofort gingen auch bei den deutschen UFO-Forschungsgesellschaften zahlreiche Anrufe und Meldungen ein. Auch wenn der Verursacher dieses fast schon weihnachtliche Phänomens schnell als Wiedereintritt der Oberstufe einer Sojus-Rakete identifiziert werden konnte, sind deutsche UFO-Forscher stets um jede Meldung von Sichtungen dankbar, deren Ursache den Sichtungszeugen merkwürdig und unerklärlich erscheint.
Schon kurz nach den ersten Meldungen des "Weihnachts-UFOs 2011" gab Christian Czech, Schatzmeister und Schriftführer der "Deutschsprachigen Gesellschaft für UFO-Forschung e.V." (DEGUFO) sowie selbst DEGUFO-Fallermittler, seine erste Vermutung bekannt, nach der es sich dabei nicht wie zunächst angenommen um einen Meteor gehandelt hatte, sondern um den Wiedereintritt von Weltraumschrott (der Oberstufe einer Sojus-Rakete), wie dies später dann auch die Europäische Weltraumorganisation ESA bestätigte.
Sowohl diese Meldungen, als auch viele andere UFO-Sichtungen (und das weltweit), die bei den deutschen UFO-Forschungsgruppen DEGUFO (degufo.de), der "Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens e.V. (GEP, ufo-forschung.de) und die "Gesellschaft zur Untersuchung von anomalen atmosphärischen und Radar-Erscheinungen" (MUFON-CES, mufon-ces.org) eingehen, werden in der seit 2007 bestehenden, größten und in der Form einzigartigen UFO-Datenbank Deutschlands (www.ufo-datenbank.de) eingegeben, verwaltet und gepflegt. So geht keine Sichtung verloren und kann selbst über Jahre hinweg geprüft und verglichen und natürlich - wenn möglich - auch aufgeklärt werden.
Schon viele UFOs, also "Unbekannte/Unidentifizierte FlugObjekte" wurden so zu "Identifizierten FlugObjekten", also IFOs. "Der Begriff 'UFO' sollte jedoch nicht automatisch mit außerirdischen Raumschiffen assoziiert werden", erläutert die DEGUFO. Es handele sich erst einmal um ein Objekt, dessen Identität von den Zeugen zunächst nicht erkannt, also keinem bekannten Flugzeug, natürlichen, atmosphärisch oder astronomischen Phänomen zugeordnet werden konnte. Viele dieser Sichtungen, so die UFO-Forscher, können aber im Nachhinein (durch eine Falluntersuchung durch Experten) dann dennoch oft als bekannte Flugzeuge, Miniaturheißluftballons (MHBs), Vögel, Weltraumschrott, Meteore und ähnliches identifiziert werden.
Aktuell könnte zudem auch der Planet Venus für vermehrte UFO-Sichtungen sorgen, steht dieser doch derzeit - ein wolkenfreier Himmel vorausgesetzt - auffallend klar und hell am Abend- und Nachthimmel. "Bislang ist das Meldeaufkommen zwar noch nicht hoch", berichtet Czech. "Aber es ist damit zu rechnen, dass dieser Lichtpunkt mehr und mehr an Aufmerksamkeit erlangt.“ Der Grund, so die DEGUFO in einer Pressemitteilung weiter, liege darin, dass die Venus im weiteren Verlauf immer höher am Himmel zu sehen sein wird. "Am 01.02. wird sie sich ca. 26° über dem Horizont befinden, am 25.03. die größte Höhe von ca. 36° darüber erreichen. Danach sinkt sie dann schnell wieder darunter. Gegenwärtig ist die Venus etwa 3,5 Stunden am südwestlichen Abendhimmel mit einer Helligkeit von -4 mag. zu sehen." Das extrem helle Objekt habe in der Vergangenheit immer wieder die Bürger beunruhigt. "Oftmals wurde ein extrem stark leuchtendes, sich langsam fortbewegendes Licht am Himmel gemeldet. Aktuell wird man ein extrem helles Lichtobjekt sehen, welches sich langsam nach rechts unten bewegt."
Allerdings, so unterstreichen die UFO-Forscher, gibt es auch Sichtungen, die bis heute nicht vollständig aufgeklärt werden konnten. Einer der berühmtesten Fälle dieser Art sind laut DEGUFO beispielsweise die sogenannten Greifswald-UFOs: "Am 24.08.1990 sahen mindestens 25 Zeugen leuchtende Kugeln am Himmel stehen. Sie gaben teilweise Rauch ab und schienen zu rotieren. Außerdem flogen Kugeln in die Formation hinein und wieder heraus. Die Sichtung dauerte etwa 25 Minuten und wurde sowohl auf Video als auch auf Fotos festgehalten. Seitdem gehen die Meinungen stark auseinander. Einige Forscher sind der Ansicht, dass es sich um Objekte extraintelligenter Herkunft gehandelt hat, für andere war es nur Leuchtmunition. Besonders Marius Kettmann, den zweiten Vorsitzender der DEGUFO e.V., hat es dieser Fall angetan. Die Forschungsgruppe und er sind seit einiger Zeit dabei, den Fall neu aufzurollen, da aktuell vorliegende Akten und Zeugenaussagen der Leuchtmunition-These widersprechen. Es werden nach wie vor Zeugen zu diesem Fall gesucht. Im kürzlich erschienen Sammelband "UFOs im 21. Jahrhundert“ von Herausgeber Alexander Knörr (erster Vorsitzender der DEGUFO e.V.) gibt es nicht nur einen ausführlichen Beitrag zur erwähnten UFO-Datenbank sondern viele weitere, interessante Themen zur UFO-Forschung.
UFO-Sichtungen können entweder in die besagte Datenbank eingetragen oder direkt an die UFO-Forschungsorganisationen gemeldet werden. Hierzu stehen neben dem Kontakt via Internet auch folgende Hotlines zur Verfügung: DEGUFO: 0162 / 1749301. GEP: 02351/23377. MUFON-CES 09560/921021.