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Deutlicher Rückgang des alternativmedizinischen Studienangebots an Großbritanniens Universitäten

27.01.2012 - 15:04 Uhr
Archiv: Homöopathische Präparate (Illu.) ©
grenzwissenschaft-aktuell.de
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Archiv: Homöopathische Präparate (Illu.) © grenzwissenschaft-aktuell.de

 

London/ England - Während in den vergangenen Jahren immer mehr britische Universitäten auch Studiengänge und -Abschlüsse im Bereich alternativmedizinischer Verfahren angeboten hatten, wird dieses Angebot derzeit wieder deutlich zurückgefahren. Kritiker der alternativen und Komplementärmedizin feiern angesichts der aktuellen Entwicklung einen Erfolg ihrer Lobbytätigkeit gegen Homöopathie, Akupunktur und sonstige Naturheilverfahren.

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Wie die britische Tageszeitung "The Daily Telegraph" (telegraph.co.uk) berichtet, habe sich die Anzahl entsprechender Studienangebote an britischen Universitäten und Hochschulen seit 2007 von 40 auf 21 nahezu halbiert.

Laut dem Bericht der Zeitung bestätigte beispielsweise die Derby University, dass ihre Fakultät für Komplementärmedizin gestrichen werde. Auch die auf diesem Gebiet bislang führende University of Westminster plane nahezu die Hälfte ihrer entsprechenden Lehr- und Abschlussangebote zu wegfallen zu lassen. Während noch vor fünf Jahren wurden alleine an der Westminster 14 Bachelorabschlüsse in sieben unterschiedlichen komplementärmedizinischen Bereichen angeboten wurden, stehen davon 2012 nur noch vier Abschlüsse zur Verfügung. Darunter Akupunktur und Kräuterheilkunde.

Grund für die Streichungen, so der "Telegraph" sei der zunehmende Druck durch Wissenschaftler und Doktoren, die sich zusehends gegen diese "Form von Steuerverschwendung" einsetzten; und so feiert denn auch die internationale Skeptikergemeinde das Zusammenstreichen der alternativen Studienangebote als Teilerfolg von fortwährenden Kampagnen unter Führung des Pharmakologen Professor Dr. David Colquhoun vom University College London und den selbsternannten Rationalisten der Gruppe "Sense about Science".

Für David Peters von der University of Westminster ist die aktuelle Streichung der Kurse hingegen keine Folge der öffentlichen Kritik. Vielmehr seien es die rückläufigen Einschreibungszahlen und zu hohe Kosten bei den entsprechenden Kursangeboten. Peters selbst würde die Lehrangebote gerne aufrechterhalten, schließlich könne man nirgendwo besser forschen, als an einer Universität. "Wer kompetente Alternativmediziner wolle, die auch die Sprache der Medizin sprechen, so müssten diese auch an Universitäten ausgebildet werden." Seiner Meinung nach wurde im Bereich der Alternativmedizin auch noch nicht genug geforscht, zitiert ihn die "Deutsche Welle" (dw-world.de). "Man kann aber keine Kurse, die so kostenaufwendig sind, wie die unsrigen, für nur 10 Studenten pro Jahr anbieten. Ich selbst bedauere die Entscheidung, aber es ist eine Entscheidung aufgrund (fehlender) Pfunde, Schilling und Pence".

Allen derartigen Anstrengungen steht in Großbritannien jedoch auch eine mächtige Lobby konservativer Mediziner und Wissenschaftler entgegen. So forderte nicht zuletzt schon 2010 das Komitee für Wissenschaft und Technologie des britischen Unterhauses die Streichung der bisherigen Kostenübernahme durch den staatlichen Gesundheitsdienst "National Health Service" (NHS) für homöopathische Arzneimittel. Diese, so das Komitee, sollen nicht besser wirken als Placebopräparate. Der britische Homöopathie Verband widerspricht dieser Behauptung, und kritisiert die Forderung eindringlich.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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