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Blauwale stimmen sich ab

04.08.2010 - 24:37 Uhr
Blauwal aus der Luft betrachtet © NOAA
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Blauwal aus der Luft betrachtet © NOAA

 

San Francisco/ USA - US-Biologen haben herausgefunden, dass sich Blauwale bei ihren Gesängen auf erstaunlich genaue Art und Weise aufeinander einstimmten. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Tiere mit Hilfe dieser Gesänge ihre Partner lokalisieren können.

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Wie die Forscher um Professor Roger Bland von der "San Francisco State University" aktuell im Fachmagazin "Journal of the Acoustical Society" berichten, synchronisieren die Tiere ihre Gesänge mit extremer Genauigkeit und nur geringsten Abweichungen zwischen den einzelnen Rufen aufeinander ab.

"Diese Art der Abstimmung war zwar schon zuvor bekannt, dass die Blauwale ihre Gesänge jedoch mit einer derartig exakten Genauigkeit aufeinander abstimmen, war bislang nicht bekannt und ist faszinierend", erläutert Bland.

Grundlage der Analyse sind Aufzeichnungen von 4,378 Walgesängen, welche die Forscher vor der kalifornischen Küste aufgenommen haben. Demnach stimmen die Tiere besonders den sogenannten "B-Ruf", ein langer klagend klingender Ton, der den zweiten Teil der Rufe von Blauwalen im östlichen Nordpazifik bestimmt, auf eine Frequenz von exakt 16,02 Hz ab, also genau vier Oktaven unterhalb des eingestrichenen "C" ein.

"Unsere Untersuchen haben gezeigt, dass es Wale gibt, die ihre Ruffrequenz sehr genau kontrollieren und diese mit anderen Walen abstimmen können", so Bland. "Die Analyse erbrachte nur geringste Variationen zwischen den einzelnen Rufen. Übertragen auf musikalische Werte würden diese Ungenauigkeiten gerade einmal 0,5 Prozent Abweichung darstellen, während schon alleine der Halbtonwechsel zwischen einem 'C' und einen 'Cis' einem Wert von 6 Prozent entspricht."

Die Forscher glauben, dass diese Fähigkeit Vorteile gegenüber den normalen Walgesängen mit sich bringt: "Wenn Wale schon derart extrem genau rufen können, so liegt die Vermutung nahe, dass sie auch kleinste Veränderungen in den Gesängen zw. Rufen anderer Wale wahrnehmen und erkennen können, wie sie etwa von der Doppler-Frequenzverschiebung hervorgerufen werden", so Bland. Dieser Effekt bezeichnet die Veränderung der wahrgenommenen bzw. gemessenen Frequenz von Wellen jeder Art, in diesem Fall akustische Schallwellen, während sich die Quelle und der Beobachter einander nähern oder voneinander entfernen. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der sich vermeintlich verändernde Klang einer sich nähernden und vorbeifahrenden Feuerwehrsirene oder eines Rennautos.

Schon früherer Studien hatten gezeigt, dass lediglich die männlichen Blauwale (Balaenoptera musculus) die Gesänge während ihrer Wanderungen durch die Meere erzeugen. "Da Blauwale bis zu fünf Meter pro Sekunde schwimmen können, scheint es nahe liegend, dass weibliche Tiere auf diese Art und Weise männliche Artgenossen lokalisieren können", vermutet Bland.

Auch die neuen Untersuchungen der Walforscher bestätigen die Beobachtung, dass sich der Gesang der Blauwale in den vergangenen Jahrzehnten weltweit merklich verändert hat und deutlich tiefer geworden ist.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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