London/ England - Nach 600 Millionen Jahre Trockenheit ist die Oberfläche des Mars heute wahrscheinlich ein für Leben ungeeigneter Ort. Zudem sei der Marsboden gerade einmal rund 5.000 Jahre lang flüssigem Wasser ausgesetzt gewesen. Zu diesen Schlussfolgerungen kommen englische Forscher in einer aktuellen Studie der Daten unterschiedlicher Analysen von Mars-Bodenproben, die der Rover der Phoenix-Mission an unterschiedlichen Orten der Oberfläche des Roten Planeten entnommen und analysiert hat.
Wie das Team um Dr. Tom Pike vom Imperial College London auf dem Treffen der europäischen Raumfahrtagentur ESA kommende Woche und im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" darlegen werden, haben sich die Forscher drei Jahre der Analysedaten von Marsbodenproben angenommen, de der Rover in der nördlichen Arkttisregion des Planeten genommen hatte, um hier nach Anzeichen für eine ehemals lebensfreundliche Umwelt zu suchen und im Boden vergrabenes Eis zu analysieren.
Anhand der Analysen von mikroskopischen Tonerde-Partikeln, die sich unter der Anwesenheit von Wasser bilden, kommen die Forscher zu dem Schluss, dass die Marsoberfläche seit rund 600 Millionen Jahren trocken ist, obwohl anhand von Wassereisfunden im Marsboden nachgewiesen werden konnte, dass der Rote Planet auch einmal - vor etwa drei Milliarden Jahren - deutlich wärmer und feuchtere Zeiten erlebt hatte.
Des weiteren glauben die Wissenschaftler um Pike, dass die untersuchten Marsböden nur bis zu 5.000 Jahre direkt flüssigem Wasser ausgesetzt waren und glauben, dass die Marsböden unter den selben extrem trockenen Bedingungen entstanden sind, wie jene des Mondes.
Da frühere Analysen und Auswertungen von Satellitenbildern nahe legen, dass der Boden der Marsoberfläche auf dem ganzen Planeten nahezu einheitlich ist, gehen die Londoner Wissenschaftler auch davon aus, dass auch ihre Studienergebnisse auf nahezu den ganzen Planeten ausgeweitet und angewendet werden können.
Demnach hätte es auf der Marsoberfläche für zu kurze Zeit flüssiges Wasser gegeben, als dass sich hier - an der Oberfläche - Leben nach irdischen Maßstäben hätte entwickeln und halten können.
"Im deutlichen Kontrast zu seiner frühen Vergangenheit, erlebte der Mars in den vergangenen 600 Millionen Jahre eine Super-Dürre, die die Entwicklung von Leben wahrscheinlich nicht zuließ", so Pike. Zukünftige NASA- und ESA-Missionen werden also auf dem Mars bei der Suche nach Beweisen für Leben deutlich tiefer graben müssen, da dieses sich - wenn überhaupt entstanden geschweige denn noch vorhanden - in den Untergrund zurückgezogen haben müsste."