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Russen kurz vor Durchbruch in urzeitlichen Antarktis-See

08.02.2012 - 14:55 Uhr
Radar-Aufnahme des Wostoksees durch "RADARSAT-1" © NASA
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Radar-Aufnahme des Wostoksees durch "RADARSAT-1" © NASA

 

St. Petersburg/ Russland - Es ist ein friedlicher Wettstreit zwischen Wissenschaftlern aus Russland, Großbritannien und den USA: Die Anbohrung und Beprobung eines der mehr als 150 unter dem bis zu vier Kilometern dicken antarktischen Einspanzer seit Jahrmillionen versiegelten subglazialen Süßwasserseen. Ein britischer Forscher, der in Kontakt zu dem russischen Team steht, dessen Ziel der Wostoksee ist, berichtet nun, dass dieses bereits seit Anfang Januar bohrt und kurz vor dem Durchbruch in den See stehe. In den Seen selbst erhoffen sich die Wissenschaftler auf urzeitliche Lebensformen zu stoßen, die sich entweder seit Jahrtausenden nicht mehr oder auf eine ganz eigene, der Wissenschaft gänzlich unbekannte Art und Weise weiterentwickelt haben.

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Wie die BBC unter Berufung auf Professor John Priscu von der University of Montana berichtet, stehe das russische Team "wirklich sehr kurz" vor dem Durchbruch in den See. Auch das russische Arctic and Antarctic Research Institute in St Petersburg (AARI) soll demnach bestätigt haben, dass bereits seit dem 2. Januar 2012 gebohrt werde und sich der Bohrkopf pro Tag um 1,75 Meter in die Tiefe vorgearbeitet habe. Am 12. Januar seien die Arbeiten dann kurzfristig angehalten worden, um weitere Messungen durchzuführen und den mechanischen Bohrkopf gegen einen thermalen Bohrkopf auszutauschen, der sich später auf den letzten Metern bis zum See vorschmelzen soll, um so eine Kontamination des Ökosystem des Wostok zu vermieden.

Der Wostoksee selbst hat in etwa die Fläche von 16 Quadratkilometern, ist bis 1050 Meter tief und befindet sich in rund vier Kilometern Tiefe in der Mitte des ostantarktischen Eisschildes. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der See selbst mit rund 14 Millionen Jahren ebenso alt ist, wie die Eisdecke darüber. Das heute darin befindliche Wasser schätzen die Forscher hingegen auf ein Alter von einigen hunderten bis tausenden von Jahren, da ein Wasserfluss zwischen verschiedenen subglazialen Süßwasserseen vermutet wird.

Während die russischen Forscher den Wostoksee anbohren wollen, haben ihre anglo-amerikanischen Kollegen den Lake Ellsworth unter der westlichen Antarktis zum Ziel. Diese Arbeiten sollen erst im kommenden Oktober fortgesetzte werden.

Aufgrund des derzeit einsetzten antarktischen Winters, wird bald auch die Arbeit der russischen Forscher zum Stillstand kommen. Schon jetzt sinken die örtlichen Temperaturen auf unter minus 40 Grad Celsius. "Selbst wenn der See also zuvor noch erreicht werden wird, können auch die Russen die Forschungsarbeiten nicht vor Herbst 2012 beginnen", vermutet derweil die Zeitschrift "Scientific American".

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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