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Leben selbst um ruhende Tiefseeschlote

31.01.2012 - 15:43 Uhr
Archiv: Tiefseeschlot © NOAA
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Archiv: Tiefseeschlot © NOAA

 

Los Angeles/ USA - Dass hydrothermale Quellen, sogenannte Schwarze oder Weiße Raucher, trotz aber auch gerade wegen des von ihnen bis auf bis auf über 400 Grad Celsius aufgeheizten Wassers und der abgegebenen Vielfalt an Mineralien und Nährstoffen eine Vielzahl von Leben und ganze komplexe Biotope entstehen lassen, ist seit ihrer Entdeckung in den späten 1970er Jahren bekannt. Nun haben US-Forscher herausgefunden, dass diese die Schlote als Ökosystem auch dann weiter existieren, wenn die heißen Quellen aus dem Untergrund ruhen oder gar gänzlich versiegen und die Kälte der Tiefsee zurückkehrt.

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Im dem aus den röhren- oder kegelförmige aus Mineralien geformten Schornsteinen der Raucher austretenden Wasser sind vor allem Sulfide und andere Salze von Eisen, Mangan, Kupfer und Zink gelöst. Bei Austritt trifft das bis zu über 400 Grad Celsius heiße, mineralreiche Wasser der Tiefseethermalquelle mit dem nur knapp 2 Grad kalten Wasser am Meeresgrunde zusammen, wodurch bei der Abkühlung die Mineralien ausgefällt werden, und so die sogenannte Rauchfahne und durch Sedimentation der Schornstein oder Kegel entsteht (s. Abb.). Planetenwissenschaftler und Exobiologen vermuten, dass vergleichbare heiße Quellen auch Leben in von einem Eispanzer überzogenen Wasserozeanen der Saturn- und Jupitermonde Enceladus und Europa speisen könnten.

Wie die Forscher um Katarina Edwards von der University of California, Jason Sylvan und Brandy Toner von der University of Minnesota aktuell im Fachmagazin "mBio" berichten, ziehen sich zwar die komplexen und größeren Lebensformen wie Garnelen, Krebse, Anemonen und Seesterne von den schlafenden Schloten und jene Mikroben, die sich von dem Methan und Schwefel aus den Quellen ernähren zurück, doch werden letztere von anderen Mikroben, die von festem Eisen und Schwefel zehren, aus dem die Schlote selbst bestehen, sozusagen übernommen.

Die Entdeckung gelang den Forschern mit Hilfe von Proben, die sie mit dem Tiefsee-Tauchroboter "Alvin" der US Navy entnehmen konnten. Damit belegen die Biologen, dass sich das Phänomen der sogenannten öko- bzw. biologischen Sukzession, bei dem durch Veränderung eines Lebensraums dieser von anderen Lebensformen übernommen wird, auch anhand des Ökosystems Tiefseeschlote offenbart, selbst dann wenn sie heißen Quellen gänzlich versiegen. Zuvor gingen Biologen davon aus, dass die mit dem Versiegen der Quellen, auch das Leben um die einstigen heißen Quellen zum Erliegen kommt.

In einem nächsten Schritt wollen die Forscher nun Proben von Schloten verschiedenen Alters entnehmen, um so die jeweiligen Lebensformen zu katalogisieren und die Sukzession der Arten genauer beschreiben zu können. Interessant ist für die Forscher auch zu untersuchen, ob die Abfolge der Mikrobenarten am Grunde der Tiefsee jene widerspiegelt, die anhand von Mikroben im Erdböden und Gesteinen gefunden werden kann.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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