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Eiszeit-Pflanze nach 30.000 Jahren wieder belebt

22.02.2012 - 14:40 Uhr
Die Zucht einer eiszeitlichen Silene stenophylla © S.Yashina et
al. / PNAS
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Die Zucht einer eiszeitlichen Silene stenophylla © S.Yashina et al. / PNAS

 

Moskau/ Russland - Russischen Wissenschaftlern ist es gelungen, Pflanzen aus Pflanzenteilen zu züchten, die von Arktischen Erdhörnchen vor rund 30.000 Jahren vergraben wurden und sich so im sibirischen Permafrostboden erhalten haben. Der vorige Rekord wiedererweckter alter Pflanzen lag anhand von Palmen aus der israelischen Bergfestung Massada, bei lediglich 2.000 Jahren.

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Entdeckt hatten die Forscher um den kurz vor der aktuellen Publikation im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) verstorbenen Professor David Gilichinsky vom Moskauer Institute of Cell Biophysics die Früchte bei ihrer Suche nach Mammutknochen entlang des Flusses Kolyma.

Bei den in 20 bis 40 Meter tiefen einstigen Winterschlafsbauten der Erdhörnchen gefundenen Pflanzen handelt es sich um Exemplare von Silene stenophylla aus der Gattung der Leimkräuter die zur Familie der Nelkengewächse gehören.

Die Tatsache, dass es den Forschern gelungen ist die Pflanzen wieder zum Keimen zu bringen zeigt, dass der Permafrostboden seit dem Zeitpunkt, an dem die Pflanzen einst vor etwa 30.000 Jahren vergraben wurden, nicht wieder aufgetaut ist.

Nachdem die Laborversuche anhand der Samen der Pflanzen zunächst erfolglos verliefen, konzentrierten sich die Forscher auf embryonales Pflanzengewebe, aus dem heraus sie Setzlinge züchten konnten.

Nachdem sich die Pflanzen im Vergleich zu den heute noch die Weiten der sibirischen Tundra bedeckenden Exemplaren von Silene stenophylla zunächst normal entwickelten, zeigte sich in der weiteren Entwicklung der alten Pflanzen bald deutliche Unterschiede an den Blütenblättern, die heutzutage breiter und stärker eingefurcht sind. Während heutige Exemplare zudem zeitgleich zweigeschlechtliche Blüten ausbilden, bildeten die alten Pflanzen zunächst nur weibliche Blüten. Nachdem diese von den Forschern bestäubt worden waren, entwickelten sich nach rund neun Wochen auch Samen, aus denen die Wissenschaftler dann auch erfolgreich neue Pflanzen ziehen konnten. Die russischen Wissenschaftler vermuten, dass das Geheimnis der Langlebigkeit der Pflanzen im Erhalt der Saccharose durch die Permafrosttemperaturen liegt, von dem die Pflanzen auch über den extrem langen Zeitraum zehren könnten.

Der Erfolg der Forscher lässt Biologen nun darauf hoffen, dass auch weitere von den Erdhörnchen einst vergrabenen Pflanzen aus der Eiszeit erneut zum Leben erweckt werden könnten, darunter dann möglicherweise auch heute bereits ausgestorbene Pflanzenarten.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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