Circus-Gründer auf internationaler Mission: Guy Laliberté reist zur Internationalen Raumstation (ISS). Im Gepäck hat er zwei Clowns-Nasen und ein ernstes Anliegen.
Circus-Gründer auf internationaler Mission: Guy Laliberté reist zur Internationalen Raumstation (ISS). Im Gepäck hat er zwei Clowns-Nasen und ein ernstes Anliegen.
Der Bordalltag auf der ISS war bislang eher arbeitsam und ernsthaft. Kurzfristig dürfte sich das nun ändern. Guy Laliberté, Gründer des berühmten kanadischen Zirkus "Cirque du Soleil", startete vom Kasachischen Weltraumbahnhof als erster Clown ins Weltall. In der Umlaufbahn um die Erde will er einen Live-Event durchführen, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Nach Forschung und Technik hat nun also auch die Kunst die Grenzen der Atmosphäre überschritten.
35 Millionen Dollar für ein Ticket
Die Besatzung der ISS hat es dem Milliardenvermögen des Zirkusgründers zu verdanken, dass sie dieses besondere Unterhaltungsprogramm erleben kann. Denn dieses Vermögen, verdient mit der Unterhaltung der Menschen, ermöglichte es dem 50-Jährigen, die Reise zu finanzieren. Laliberté selbst nennt seine Reise eine "Poetisch-Soziale Mission". Er will mehr sein als ein reiner Tourist.
Zum einen will Guy Laliberté mit seiner Reise für sein Unternehmen werben. Der "Cirque du Soleil" (Zirkus der Sonne) feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Berühmt wurde der Zirkus unter anderem auch deshalb, weil er auf klassische Zirkuselemente, Tiernummern und Sägemehl, bewusst verzichtet. Dagegen stehen Artistik, Livemusik und Theaterkunst im Vordergrund.
Der 50-Jährige ist jedoch nicht nur Unternehmer. Zwar erklärte der Zirkusgründer, er sei jemand, der immer eine Investition maximieren wolle, doch gilt seine Reise auch einem sozialen Ziel. Als Gründer unterstützt Guy Laliberté die Stiftung "One Drop" mit 100 Millionen Dollar. Die Hilfsorganisation hat es sich zum Ziel gemacht, jedem Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Auch auf dieses Engagement will der Weltraumreisende mit seinem Ausflug ins All aufmerksam machen.
"Ich bin kein Wissenschaftler, kein Arzt und kein Ingenieur. Ich bin Organisator, Show-Mann, Schöpfer - und ein Entertainer. Und das will ich einbringen", zitiert die "Neue Zürcher Zeitung" Laliberté in ihrer Onlineausgabe.
Ein Clown im All
Seine Rolle als Entertainer und Zirkusgründer bestimmt natürlich auch die Reise zur Internationalen Raumstation. Geplant ist eine zweistündige Liveshow. Eben diese Show beschreibt der Entertainer als "erste soziale und künstlerische Mission im All". Im Rahmen der Show sollen 14 Städte weltweit zugeschaltet werden. Unter anderem Paris, New York, Mumbai oder Marrakesch. Umweltaktivisten und Prominente werden, ähnlich wie bei "Live Aid", daran teilnehmen und für Lalibertés Ziel werben. Die Forderung nach sauberem Wasser für alle steht also im Mittelpunkt dieser 120 Minuten - Clowns-Show aus dem All.
Die "NZZ" berichtet, die poetische Richtung des Programms sei von Kindergeschichten inspiriert. Jede Performance zeige Darbietungen, die mit Wasser zu tun hätten. Es sei der Wunsch Lalibertés die Menschen damit auf eine neue Art zu berühren. Beteiligen werden sich unter anderem auch die Rockband U2, Peter Gabriel und Al Gore. Auf der Webseite der Stiftung "One Drop" kann die Show am 9. Oktober online live verfolgt werden.