Irgendwann im 18. Jahrhundert entdecken Apachen eine Goldmine im Superstition-Gebirge Arizonas und beanspruchen diese zunächst für sich. Zu jener Zeit noch unvorsichtig im Umgang mit dem weißen Mann und sich seiner unersättlichen Gier nicht bewusst, zeigen sie die Stelle spanischen Mönchen aus Mexiko. Und so verbreitet sich wie ein Lauffeuer in der Gegend die Geschichte von dem Schacht, in dem es Gold im Überfluss gibt.
Die Mine wird fortan von einer Expedition nach der anderen aufgesucht, bis sie im Jahre 1748 durch Landschenkung des spanischen Königs in den Besitz von Don Miguel Peralta übergeht. Die Peraltas holen nun im Laufe dreier Generationen ganze Vermögen an Gold aus dem Berg, bis im Jahre 1845 der spätere US-Bundesstaat Texas der Union der Staaten von Nordamerika einverleibt wird, und es nicht mehr lange dauert, bis Mexiko auch die heutigen Bundesstaaten Kalifornien, Neu-Mexiko und Arizona an die Union verliert. Hierdurch werden im Jahre 1848 die Besitzungen der Familie Peralta de Cordoba geteilt, doch der Enkel Peraltas – ebenfalls ein Don Miguel – handelt in weiser Voraussicht und entsendet bereits 1846 eine letzte Groß-Expedition zum Abbau von möglichst viel Edelmetall in die Superstitions.
Bereits zu jener Zeit keimt der Widerstand der Indianer wieder auf und die Expedition unter der Führung von Don Miguels Söhnen muss unverrichteter Dinge zurückkehren. 1848 starten die Peraltas einen weiteren Versuch, an das Gold zu gelangen. Doch die starke Privatarmee, die sie zum Schutz der Mine aufgestellt haben, wird in einer blutigen Schlacht von den Apachen überwältigt. Nur wenige Mexikaner überleben das Gemetzel und kehren nach Mexiko zurück.
1871 weiht Don Miguel die beiden deutschen Einwanderer Jakob von Walzer und Jakob Wisner in das Geheimnis der Mine ein. Die beiden hatten ihm bei einem Kampf in der Stadt Arizpe im mexikanischen Bezirk Sonora einst das Leben gerettet. Peralta selber hat kein Geld, um eine große Schutztruppe für einen erfolgversprechenden Marsch auf die Mine zu finanzieren. Darum bittet er von Walzer und Wisner, zusammen mit einer Handvoll wagemutiger Männer, einen Überraschungsangriff zu starten und den Apachen möglichst viel Gold aus der Mine zu entreißen. Die Aktion ist erfolgreich und bald kehrt die Truppe Peraltas mit einer Goldbeute im Wert von etwa 60.000 Dollar zurück.
Von Walzer und Wisner vereinbaren mit Peralta, noch ein weiteres Mal zu der Mine zurückzukehren und sie weiter auszubeuten. Inzwischen jedoch wird noch ein anderer Mann in das Geheimnis der Mine eingeweiht – Dr. Abraham Thorne. Der Arzt hatte einige Apachen behandelt und soll nun als Gegenleistung mit einem Goldgeschenk entlohnt werden. Dr. Thorne willigt ein und wird von den Indianern – mit verbundenen Augen – in einen Canyon geführt, in dem sich große Goldvorkommen befinden. Die Mine zeigt man ihm nicht, doch während er das Gold in seine Satteltaschen verstaut, prägt er sich zwei markante Orientierungspunkte der Landschaft ein. Etwa eine Meile im Süden befinden sich die Überreste einer zerstörten Steinfestung und ein jäh emporragender Felsen namens Weaver's Needle.
Dr. Thorne kommt mit Gold im Wert von 6.000 Dollar nach Hause – und macht sich ein Jahr später mit Freunden erneut auf die Suche nach dem Canyon. Doch diesmal wird er durch einen grausamen Apachenangriff in die Flucht geschlagen.
Als von Walzer und Wisner schließlich in das Gebiet zurückkehren, sind sie allein – von Apachen zunächst keine Spur. Sie benutzen Peraltas Karte, um sich leiten zu lassen, finden die Mine und fangen an, die Goldader abzubauen. Doch eines Tages bleibt Wisner eine Zeitlang allein zurück, während von Walzer in die nächstgelegene Stadt reitet, um frischen Proviant zu besorgen. Als von Walzer wiederkehrt, ist sein Partner verschwunden. Nur sein blutverschmiertes Hemd und Werkzeug liegen inmitten von Apachenpfeilen an der Stelle, wo er gearbeitet hat. Hastig stopft von Walzer das Gold in seine Taschen und reitet so schnell wie möglich davon. Er lässt sich in Phoenix nieder, wo er bis zum Jahre 1891 lebt.
Indes stellt sich heraus, dass sein Partner Wisner bei dem Indianerangriff gar nicht umgekommen ist. Trotz schwerer Verwundung kann er fliehen und erreicht das nahe gelegene Haus des Arztes John Walker. Wisner erzählt Dr. Walker alles über die Goldmine im Gebirge und gibt ihm Peraltas Karte. Walker macht jedoch keinen Gebrauch von ihr, und als er 1890 stirbt, ist die Karte nicht mehr auffindbar.
Im Winter 1890 sucht von Walzer erneut die Mine auf. Es soll das letzte Mal gewesen sein. Er reitet allein und kehrt zwei Tage später mit einem kleinen Säckchen Gold nach Phoenix zurück. Vermutlich ist von Walzer die letzte Person, die die Mine betreten hat, und als er kurz darauf stirbt, nimmt er das Geheimnis ihrer genauen Lage mit in sein Grab. Weil die Stadtbewohner von Walzer aufgrund seines Akzents für einen Holländer halten, nennen sie die Mine fortan "die verschollene Mine des Holländers".
Bevor von Walzer stirbt, erzählt er einem Freund, dass die Mine in einer verwilderten Gegend liege, man könne sich unmittelbar vor ihr befinden, ohne sie jedoch zu bemerken. Das Metall sei von wunderbarer Reinheit und leicht aus dem Felsen zu graben, die Nuggets würden unter den schweren Hammerschlägen nur so in die Hände fallen.
Offensichtlich ist die Mine trichterförmig angelegt worden, doch jemand hatte einen Stollen durch den Berghang in den Fuß der Mine getrieben, damit es noch einfacher war das Gold abzubauen. Dies bestätigen zwei junge Soldaten, welche den Schacht 1880 aus Zufall entdeckt haben. Sie kommen in die Stadt Pinal, die Satteltaschen voller Goldnuggets und erzählen von ihrem Fundort im Superstition-Gebirge. Doch ihre Redseligkeit muss Räuber auf den Plan gerufen haben – auf dem Wege zurück zur Mine werden sie erschossen.
Jahre später erzählt der Indianer Apachen-Jack von den Versuchen seines Volkes, den Schacht zu verbergen und damit die Flut goldgieriger Weißer in ihr Land abzuwenden. 1882 hatten nach seinen Angaben die Squaws den Auftrag erhalten, alle Minen der Region mit Steinen anzufüllen. Dann wurde der Eingang verdeckt. Zudem gab es noch ein Erdbeben in dem Gebiet, und es ist sehr gut möglich, dass es die Landmarken zerstört hat.
In den Jahren danach ziehen viele Menschen in das Gebiet, um das Gold zu suchen. Keiner hat es bislang finden können, doch mindestens 20 Abenteurer haben dabei ihr Leben verloren.
1931 zum Beispiel begibt sich Adolph Ruth in das Gebirge, nachdem er Freunden und Verwandten erzählt hat, er habe einem Mitglied von Peraltas Familie eine Karte mit dem genauen Weg zu der "verschollenen Mine des Holländers" abgekauft. Als er nicht wieder zurückkehrt, setzt sich ein Hilfstrupp in Marsch, ihn zu suchen – und findet seine Leiche – grausam hingerichtet mit zwei Schüssen in den Schädel, der anschließend geköpft worden ist. In einer Manteltasche befindet sich ein Papierschnipsel, auf dem einige Richtungsangaben, die Worte "etwa 200 Fuß quer zur Höhle" und dann der lateinische Spruch "Veni, vidi, vici" ("Ich kam, sah und siegte") geschrieben stehen. Doch von Ruths Karte fehlt jede Spur. 1947 wird ein weiterer Goldjäger in dem Gebiet ermordet aufgefunden, doch auch in diesem Fall sollte sein Mörder niemals aufgespürt werden.
Viele Goldsucher sind bei der Suche nach der Mine gescheitert, obwohl die Geschichten und in den Superstition Mountains entdeckte Steingravuren einige Hinweise auf den Schacht mit seinen massiven Goldvorkommen enthalten. 1912 etwa entdecken Abenteurer im hohen Gras Goldnuggets genau an der Stelle, wo einst Don Miguels Vater und seine Männer abgeschlachtet worden sind. Nicht weit entfernt von Weaver's Needle kann man an den tiefen Furchen und einigen zurückgelassenen mexikanischen Sandalen erkennen, dass dort einst viele Männer gearbeitet haben.
Dennoch ist es seit 1890 niemandem mehr gelungen, die Lage der "verschollenen Mine des Holländers" auszumachen. Abenteurer suchen immer noch nach ihr in der Hoffnung auf unendlichen Reichtum.
Autor: Reinhard Hauke