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Angelsächsische Apartheid

04.09.2009 - 24:00 Uhr
Angelsächsische Apartheid
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Angelsächsische Apartheid

Eine Untersuchung des University College London hat herausgefunden, dass über 50 Prozent der männlichen Bevölkerung Großbritanniens von deutschen Einwanderern abstammen, den sogenannten Angelsachsen. Das ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund, dass die Gruppe dieser Einwanderer ursprünglich maximal zehn Prozent der Bevölkerung stellte. Eine Erklärung dafür haben die Forscher auch parat. Die Angelsachsen etablierten eine Art Apartheidsystem.

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Da dürfte so mancher Brite nicht schlecht gestaunt haben. Das Ergebnis der Studie, veröffentlicht im renommierten Fachjournal Proceedings of the Royal Society, ist eindeutig. Der britische Genpool ist dominiert von Krauts, Einwanderern aus Deutschland, dem Lieblingsfeind der englischen Presse und natürlich Inspiration für Generationen von Comedians, die mit Vorliebe deutschen Humor und "typisch deutsche" Verhaltensweisen auf die Schippe nehmen.

"Don't mention the war", um es mit Basil Fawlty zu sagen, gespielt vom unvergleichlichen John Cleese. Die Beziehung von Briten und Deutschen ist schwierig, obwohl wir eigentlich viel gemeinsam haben. Das fängt schon bei der Sprache an, schließlich ist Englisch eine westgermanische Sprache, und wie wir nun gelernt haben, stehen wir uns sogar noch wesentlich näher als gedacht.

Interessant ist natürlich, wie die verhältnismäßig kleine Gruppe der Angelsachsen es geschafft hat, im Genpool der Briten so prominent vertreten zu sein. Die Erklärung der Forscher ist, dass die Deutschen ihre ökonomische und militärische Überlegenheit ausgenutzt haben, eine Zweiklassengesellschaft ähnlich des früheren südafrikanischen Apartheidsystems zu schaffen. Das zumindest legt eine Computersimulation nahe, bei der die Bevölkerungsentwicklung unter Einbeziehung verschiedener Gesellschaftsmodelle projiziert wurde.

Wie anders wäre zu erklären, dass sich geschätzte 10.000 bis 200.000 Einwanderer aus Deutschland, Dänemark und Holland innerhalb weniger Jahrhunderte so stark vermehrten, dass sie die zu dem Zeitpunkt rund zwei Millionen einheimische Briten aus dem Genpool beinahe verdrängten?

Nachdem die Römer sich ab dem frühen fünften Jahrhundert aus England zurückzogen, waren die einheimischen Volksgruppen äußeren Feinden mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert. Mit den Pikten im heutigen Schottland gab es einen potenten Gegner, an dem sich schon die Römer die Zähne ausgebissen hatten.

In ihrer Not wandten sich die Engländer an die im heutigen Schleswig-Holstein lebenden Angeln und Sachsen, luden sie ein, sich auf der Insel anzusiedeln und in gewisser Weise auch das entstandene Machtvakuum auszufüllen. Die Angelsachsen ließen sich nicht lange bitten und in den folgenden drei Jahrhunderten zogen bis zu 200.000 Siedler nach England.

Die Einwanderer kehrten sich wenig um das römische Erbe in Britanien, pflegten stattdessen ihre eigenen Traditionen. Sie etablierten sich schnell als die herrschende Klasse, waren den einheimischen Volksgruppen politisch, ökonomisch und auch militärisch überlegen. Es sieht ganz so aus, als germanisierten sie England regelrecht. In der Folge entstand zum Beispiel das, was wir heute als englische Sprache kennen.

Die Einwanderer scheinen erheblichen Wert darauf gelegt zu haben, unter sich zu bleiben. Dazu zählte auch, dass sie Mischehen verhinderten oder zumindest begrenzten. Das legt zumindest der Befund nahe.

Da die Angelsachsen insgesamt auch wohlhabender waren, hatten ihre Nachkommen eine wesentlich höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als die Kinder der Einheimischen. Indem sie Mischehen begrenzten, schützten sie das angelsächsische Erbgut. Sie legten ganz offensichtlich keinen Wert darauf, sich kulturell oder auch sonst wie an ihre neue Heimat anzupassen, eher war es anders herum. Sie prägten ihre Umwelt und verdrängten die einheimische Kultur und Sprache, so gut es ging.

Ihr wichtigstes Instrument war die Elitebildung. In ihren Kreis konnte man offenbar nur hineingeboren werden. Immerhin ist diese Erklärung wesentlich plausibler als die oft favorisierte Invasions- und Verdrängungsthese, wonach die Angelsachsen Britannien mit Gewalt nahmen. Offensichtlich brauchten sie das nicht.

Dass die Trennung existierte, legt auch ein Gesetz aus dem siebenten Jahrhundert nahe. Nach einem Mord war ein fünfmal höherer Blutzoll zu entrichten, wenn es sich bei dem Opfer um einen Angelsachsen handelte. Dies ist ein klares Indiz für eine Elite, eine strikt getrennte Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Autor: Kristian Büsch

Quelle: freenet.de
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