18.08.2012 - 08:20 Uhr

Temperaturen über null Grad auf dem Mars gemessen

Erstmals seit 30 Jahren haben US-Wissenschaftler wieder
Temperaturen auf dem Mars messen können: Der Marsroboter
"Curiosity" stellte auf der Oberfläche des Roten Planeten eine
Temperatur über dem Gefrierpunkt fest.
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Erstmals seit 30 Jahren haben US-Wissenschaftler wieder Temperaturen auf dem Mars messen können: Der Marsroboter "Curiosity" stellte auf der Oberfläche des Roten Planeten eine Temperatur über dem Gefrierpunkt fest.

© AFP/NASA/JPL-Caltech//MSSS

Erstmals seit 30 Jahren haben US-Wissenschaftler wieder Temperaturen auf dem Mars messen können: Der Marsroboter "Curiosity" habe auf der Oberfläche des Roten Planeten eine Temperatur über dem Gefrierpunkt gemessen, sagte der Wissenschaftler John Grotzinger. Grotzinger erläuterte auch die erste längere Reise der Mission, die "Curiosity" außerplanmäßig an einen entfernten Ort führen soll.

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Der Roboter habe in seiner direkten Nähe auf der Marsoberfläche im Gale-Krater am Donnerstag einen Höchstwert von "276 Kelvin", das entspricht 2,85 Grad Celsius, gemessen, sagte Grotzinger, ein Forscher am kalifornischen Institut für Technologie (Caltech). "Das ist ein sehr wichtiger Augenblick für die Mars-Forschung, denn zuletzt hat es auf dem Mars vor genau 30 Jahren eine langfristige Wetterstation gegeben." 1982 war die Kommunikation der Marssonde "Viking 1" mit der Erde abgebrochen.

"Curiosity" war nach einer mehr als achtmonatigen Reise durchs All am 5. August auf dem Mars gelandet. Er sendete bereits spektakuläre Farbbilder, auf denen die Landschaft des Kraters Gale zu sehen ist, in dem sich der Roboter befindet. "Curiosity" soll Erkundungen am dort liegenden 5000 Meter hohen Mount Sharp vornehmen. In "ein bis zwei Wochen" will die NASA Fotos vom Gipfel erhalten.

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Zuvor soll der Roboter aber an einen "geologisch interessanten" Ort in entgegengesetzter Richtung reisen, der an einem Kreuzungspunkt von drei verschiedenen Flächen 1640 Kilometer vom Landungspunkt des Roboters entfernt liegt. In der kommenden Woche könnten möglicherweise die Räder des Roboters getestet werden, sagte Grotzinger. Anschließend könne "Curiosity" in einem Zeitraum zwischen zwei Wochen und drei Monaten Glenelg erreichen. Etwa einen Monat lang soll der Marsroboter in Glenelg bleiben. Laut Grotzinger lohnt sich der Umweg: "Das sieht cool aus", sagte er über den Zielort.

Die Forscher wählten den Namen "Glenelg" aus, weil das Wort vorwärts und rückwärts gelesen werden kann - denn auch "Curiosity" soll auf demselben Wege wieder zurückkehren und dann zum Mount Sharp fahren. Grotzinger schloss nicht aus, dass der Roboter auf seiner Reise ungeplante Zwischenstopps einlegt, wenn er dort interessante Steine findet. Der Mount Sharp bleibe aber das eigentliche Ziel der Mission, betonte er.

Grotzinger stellte vier neue Aufnahmen vor, die "Curiosity" zur Erde gesendet hat. Auf einem Foto waren deutlich die verschiedenen Gesteinsschichten der Hügel am Fuße des Mount Sharp zu erkennen. "Wahrscheinlich gibt es dort in allen Schichten hydrierte Mineralien", sagte er. Die Forscher vermuten, dass es im Gale-Krater früher Wasser gab und dass die Gesteinsschichten Spuren von früherem Leben auf dem Mars enthalten könnten.

Der 900 Kilo schwere Erkundungsroboter von der Größe eines Pkw soll nach Hinweisen suchen, dass es früher Leben auf dem Mars gegeben haben könnte. Die 2,5 Milliarden Dollar teure Mission ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt. "Curiosity" ist der teuerste und ausgefeilteste Roboter, der je für die Erforschung eines anderen Planeten gebaut wurde. Das Marsmobil hat sechs Räder und ist mit einem chemischen Labor, Videokameras, einem Laserstrahl sowie mit einem über zwei Meter langen Roboterarm und einer Wetterstation ausgestattet.

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Quelle: 2012 AFP
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