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Megaupload-Gründer Schmitz gegen Kaution auf freiem Fuß

22.02.2012 - 12:05 Uhr
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Gut einen Monat nach seiner Festnahme in Neuseeland ist der deutsche Megaupload-Gründer Kim Schmitz alias Dotcom gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Ein Richter in Auckland entschied, dass keine Fluchtgefahr bestehe, da das gesamte Vermögen des Internetmillionärs beschlagnahmt sei. Die US-Behörden fordern die Auslieferung von Schmitz, unter anderem wegen Verletzung des Urheberschutzes und wegen Betrugs.

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Der Richter Nevin Dawson hatte im Gegensatz zu seinen Kollegen keine Bedenken, den 38-Jährigen auf freien Fuß zu setzen. Neben der Beschlagnahmung seines Vermögens sei auch seine Familie ein Grund, weshalb Schmitz ein Interesse daran habe, in Neuseeland zu bleiben, argumentierte Dawson. Sollte er fliehen, würde er alles verlieren und ein Leben als Flüchtling führen. Als Auflage darf Schmitz nicht ins Internet gehen und muss in seinem Anwesen in Auckland bleiben, es sei denn, es gibt einen medizinischen Notfall.

Bei zwei früheren Anhörungen hatten die Richter eine Freilassung abgelehnt, weil eine "extreme Fluchtgefahr" des Internet-Millionärs bestehe. Es sei möglich, dass er noch über Konten im Ausland verfüge und kriminelle Verbindungen habe, die ihm eine Flucht ermöglichen könnten. So könne er etwa nach Deutschland fliehen, das seine Staatsbürger nicht an die USA ausliefere. Dieser Argumentation wollte der Richter Dawson aber nicht folgen.

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Schmitz sagte, er sei erleichtert, nach einem Monat seine drei kleinen Kinder und seine schwangere Frau wiederzusehen. Drei weitere am 20. Januar gemeinsam mit Schmitz festgenommene Verantwortliche des inzwischen geschlossenen Online-Speicherdienstes waren bereits zuvor auf Kaution freigekommen. Sie alle sollen sich massiver Internetpiraterie schuldig gemacht haben, da Megaupload das Herunterladen von urheberrechtsgeschützten Werken ermöglichte.

Der Anwalt von Schmitz, Paul Davison, sagte, sein Mandant sei entschlossen, weiter gegen die US-Vorwürfe zu kämpfen. Diese hätten "keinerlei substanzielle Basis". Die Entscheidung des Richters, Schmitz auf Kaution freizulassen, ist ein Rückschlag für die US-Justiz, die eine Auslieferung der vier Megaupload-Verantwortlichen fordert. Eine Anhörung zu den Auslieferungsanträgen soll voraussichtlich am 20. August stattfinden. Sollte Schmitz vor ein US-Gericht gestellt werden, droht ihm die Maximalstrafe von 20 Jahren Haft.

Megaupload-Gründer Schmitz gegen Kaution auf freiem Fuß
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Die US-Behörden werfen Schmitz, der seinen Nachnamen in Dotcom ändern ließ, vor, allein im Jahr 2010 durch seine Internetaktivitäten 42 Millionen Dollar (rund 32 Millionen Euro) verdient zu haben. Megaupload bot seinen Nutzern seit 2005 an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist an sich nicht illegal. Allerdings wurde die Plattform auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten. Rechteinhabern soll so ein Schaden von 500 Millionen Dollar entstanden sein.

Nach der Festnahme von Schmitz am 20. Januar sorgten Berichte über sein luxuriöses Anwesen und seinen extravaganten Lebensstil für Aufsehen. In seiner Villa beschlagnahmte die Polizei einen rosa Cadillac und andere Luxusautos sowie wertvolle Kunstwerke. Anwohner beschwerten sich immer wieder über die lauten Partys des aus Kiel stammenden einstigen Hackers. In einem Internetvideo ist der 38-Jährige umgeben von barbusigen Frauen auf einer Motorjacht vor Monaco zu sehen, wie er mit Champagner um sich spritzt.

Quelle: 2012 AFP
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