21.07.2013 - 15:52 Uhr

Belgiens neuer König Philippe will Zusammenhalt stärken

Belgien hat einen neuen König: Nach der Abdankung des
79-jährigen Monarchen Albert II. legte sein Sohn Philippe den
Amtseid ab. Er steht vor der schwierigen Aufgabe, den abnehmenden
Zusammenhalt zwischen Flamen und Wallonen zu stärken. Vom Balkon
des Königspalastes winkten Philippe, Königin Mathilde und die
Kinder (v.l.), Prinzessin Eleonore, Prinz Gabriel, Prinzessin
Elisabeth und Prinz Emmanuel der jubelnden Menge zu.
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Belgien hat einen neuen König: Nach der Abdankung des 79-jährigen Monarchen Albert II. legte sein Sohn Philippe den Amtseid ab. Er steht vor der schwierigen Aufgabe, den abnehmenden Zusammenhalt zwischen Flamen und Wallonen zu stärken. Vom Balkon des Königspalastes winkten Philippe, Königin Mathilde und die Kinder (v.l.), Prinzessin Eleonore, Prinz Gabriel, Prinzessin Elisabeth und Prinz Emmanuel der jubelnden Menge zu.

© Eric Lalmand - AFP/Belga

Belgien hat einen neuen König: Kurz nach der Abdankung des 79-jährigen Monarchen Albert II. legte sein Sohn Philippe seinen Amtseid vor dem Parlament ab. Der 53-Jährige gelobte in Anwesenheit seiner Ehefrau Mathilde, dem Land zu dienen und den Dialog zwischen den Bürgern zu verstärken. Belgiens neues Königspaar steht vor der schwierigen Aufgabe, den abnehmenden Zusammenhalt zwischen Flamen und Wallonen zu stärken.

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"Ich schwöre, die Verfassung und die Gesetze des belgischen Volkes zu befolgen, die nationale Unabhängigkeit und die territoriale Integrität zu erhalten", sagte Philippe vor den versammelten Parlamentariern. Damit klang bereits die große Herausforderung an, die Belgiens siebten König erwartet: Unter den Flamen in Belgien gibt es starke Autonomiebestrebungen, die das Land in die Spaltung zu treiben drohen.

Bei der Parlamentswahl im Mai 2014 könnte die Neu-Flämische Allianz (NVA) ihre Position als stärkste Partei in Flandern weiter festigen. Die NVA will die Monarchie abschaffen und Belgien eigentlich auf lange Sicht zugunsten einer autonomen Republik Flandern verschwinden lassen. Ihr Chef Bart de Wever schlug die Einladung zu den Feierlichkeiten am Sonntag aus.

Um allen Bevölkerungsgruppen gerecht zu werden, legte Philippe seinen Amtseid in allen drei Landessprachen - Flämisch, Französisch und Deutsch - ab. Der Zeremonie wohnten auch seine Eltern sowie seine Frau Mathilde und die gemeinsamen vier Kinder bei, darunter die zwölfjährige Thronfolgerin Prinzessin Elisabeth.

Nach Philippes Vereidigung zeigte sich das neue Königspaar bei strahlendem Sonnenschein auf dem Balkon des Königspalasts. Vor bis zu 10.000 Menschen gaben sich Philippe und Mathilde einen Kuss auf die Wange, bevor sie ihre Kinder dazuholten. Die Menge vor dem Palast rief "Es lebe der König" und "Es lebe die Königin" auf Französisch und Flämisch.

Albert II. hatte am Vormittag nach knapp 20 Jahren auf dem Thron die Abdankungsurkunde unterzeichnet. In einer kurzen Rede vor den mehr als 200 Gästen im Königspalast sprach der 79-Jährige seinem Sohn Philippe sein "ganzes Vertrauen" aus. Er habe "das Herz und die Intelligenz", um dem Land zu dienen. Den anwesenden Regierungsvertretern und Parlamentariern gab Albert II. als letzte Empfehlung mit, "unermüdlich am Zusammenhalt Belgiens zu arbeiten".

An seine Frau Paola richtete er bewegende Dankesworte. Er wolle der Königin "einfach nur danke sagen" dafür, dass sie ihn stets unterstützt habe, sagte Albert II. mit zitternder Stimme. Zur Überraschung der Anwesenden schickte er verbal einen "dicken Kuss" an seine Gattin hinterher. Diese wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. Albert II. hatte seine Abdankung mit seinem Alter und seinem angeschlagenen Gesundheitszustand begründet.

Philippe gilt als schüchtern und ungelenk und muss sich nun als König erst einmal beweisen. Seine kontaktfreudigere Frau Mathilde könnte ihm dabei helfen, die Herzen der Belgier zu gewinnen, zumal sie die erste gebürtige belgische Königsgattin ist.

Der Thronwechsel fand am belgischen Nationalfeiertag statt. Die Kosten der Zeremonien waren mit etwa 600.000 Euro nicht höher als die Ausgaben für die Feierlichkeiten am 21. Juli 2012. Ausländische Gäste waren traditionsgemäß nicht geladen. Nach dem Thronwechsel wurde wie am Nationalfeiertag üblich eine Militärparade abgehalten.

US-Präsident Barack Obama gratulierte dem neuen König mit den "besten Wünschen". Wie das Weiße Haus mitteilte, würdigte er Albert II. zugleich "für seine menschliche Wärme, seine Tatkraft und seine Führungsstärke".

Quelle: 2013 AFP
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